Über Lesbos

Einst war es Sapphos Stimme, die sanft über die lichten Wälder auf den Hügeln bis hin zum Dyonisostempel strich. Danach war es Jahrhundertelang nur der Wind. Die Menschen, die sich am Golf schließlich ansiedelten, bepflanzten die Landschaft mit Olivenbäumen, Weizen und Anis, den besten weit und breit. Es wurde reger Handel betrieben und viele Schiffe kamen von Odessa, Konstantinopel, Venedig und Smirna, um voll beladen wieder durch die Meerenge davonzufahren. Mit der Zeit aber wurden die Schiffe größer und größer bis sie letztendlich zu groß für die schmale und flache Einfahrt der Bucht wurden.

Deshalb gingen viele Einwohner fort, um woanders nach Arbeit zu suchen. Seitdem wird es in Polichnitos immer stiller und anstatt der ehemals 10.000 Einwohner sind es nur noch 2.000. Die gute und fruchtbare Erde liegt brach und die heißen Heilquellen laufen ungenutzt ins Meer. Und an den Stränden kann man nur noch vereinzelt Fußspuren der einheimischen Fischer entdecken.

Aber jedes Jahr im Hochsommer kommen viele für einen kurzen Zeitraum wieder zurück, vor allem die, die es nicht allzu weit weg getrieben hat. Dann wird gemeinsam gefeiert bevor dann ab September alle wieder abreisen der Alltag wieder einkehrt.

Zurück bleibt einmal mehr eine schöne und stille Landschaft mit einem schützenswerten Biotop (Natura 2000), in dem sich mittlerweile Flamingos und der schwarze Storch angesiedelt haben. Im Jahr 2013 ist die ganze Insel von der UNESCO als " a protected area of outstanding geological value" eingestuft worden. Auch sonst findet ein Wandel statt. Die alten Kopfsteinpflasterwege werden unter dem Gestrüpp wieder entdeckt und freigeräumt, Gemüse wird wieder vermehrt angebaut und die heissen Quellen fließen wieder in die "Chawouses", die großen Badewannen in denen fünf bis sechs Personen Platz haben. Es gibt hier also wieder eine Zukunft. Und zwar eine Zukunft, die diesmal keine Krise verhindern kann.

Auch in Wikipedia gibt es über Lesbos viel zu lesen und zu erfahren. Deshalb hier nur ein kurzer Auszug.

  • Die große Insel Lesbos (ungefähr 100 x 60 km) hat viele Gesichter:
  • Im Norden ist sie bergig und pittoresk
  • Im Westen ist sie karg und mit dem versteinerten Wald sehr sehenswert.
  • Der Süden ist durch die großen Kiefernwälder um unseren Berg Olymp (978 m) mit den vielen kalten Quellen und die endlosen Olivenhaine mit 11 Millionen Bäumen grün und saftig. Und die endlose Hügellandschaft lädt zu langen Spaziergängen durch die fruchtbaren Ebenen ein.
  • Die sieben heißen Heilquellen, zwei davon ganz in unserer Nähe (www.hotsprings.gr), sind z.T. recht naturbelassen und sehr wirkungsvoll.
  • Die Museen der Insel bieten so manch Überraschung und weisen ebenso auf die große kulturelle Vergangenheit in der Antike hin wie auf die nähere Vergangenheit als eine der drei wichtigen Olivenölproduzenten Griechenlands (Kreta , Kalamata und Lesbos mit dem leichten Öl).

Weitere gute Informationen bietet auch der Reiseführer "Lesbos" von Thomas Schröder im Michael Müller Verlag.

Pressen im Olivenöl-Museum